Der soziale Dienst erfüllte Herbert Spiller seinen Herzenswunsch

Zum 100. Geburtstag wünschte sich der Bewohner des Pflegeheims einen Fallschirmsprung

Nina Hundert, Leiterin des sozialen Dienstes im Stammhaus Kaiserswerth, hat immer gute Ideen, wenn es um das Wohl der Bewohnerinnen und Bewohner im nördlichsten Pflegeheim der Diakonie Düsseldorf geht.

Eine dieser Ideen war es, den Senioren Herzenswünsche zu erfüllen. Dafür hat sie eine Projektgruppe ins Leben gerufen, die zunächst einmal herausfinden sollte, welche Wünsche die Bewohner eigentlich haben. Mit Herbert Spillers Herzenswunsch hatte jedoch niemand gerechnet: Ein Fallschirmsprung zu seinem 100. Geburtstag sollte es sein. Zugegeben, kein alltäglicher Wunsch. Aber für Nina Hundert und das Team nicht unmöglich. Dieser Herzenswunsch brauchte nur etwas Vorbereitung.

Das Team der Projektgruppe kümmerte sich um alles

„Wir mussten zunächst die gesundheitliche Seite abklären und uns die Zusage seines behandelnden Arztes einholen“, erzählt Nina Hundert. Dann musste eine Flugschule gefunden werden, die Fallschirmsprünge anbietet und die vor allem bereit war, das Risiko mit einem 100-jährigen einen Tandemsprung zu wagen, einzugehen. Als auch diese Hürde genommen war, hieß es für Herbert Spiller Fitnessprogramm und zwar täglich.

Vierzehn Tage lang bereitete sich der umtriebige Senior auf das große Abenteuer mit speziellen Übungen vor. Die Mitarbeitenden seines Wohnbereichs und der soziale Dienst haben ihn dabei tatkräftig unterstützt. Dann kam endlich der große Tag, den Nina Hundert mit ihm gemeinsam erlebte. Denn auch sie wagte den Tandemsprung in die Tiefe, damit Herbert Spiller das Ereignis nicht ganz alleine bewältigen muss. „Ich weiß nicht, ob ich alleine gesprungen wäre, aber als klar war, er würde springen, hatte ich das Bedürfnis, ihn dabei zu begleiten“, bilanziert sie.

Nina Hundert und Sprungpartner lächeln während des Fallschirmsprung in die Kamera

Es ging alles gut, „diese frische Luft da oben in 3500 Metern Höhe“, war der erste Satz, den Spiller von sich gab, als er wieder am Boden war. Der 100-Jährige war im Anschluss regelrecht euphorisch: „Die Freiheit, die Welt von oben zu sehen, das ist wie Fliegen“, das habe ihn sofort wieder fasziniert. Die Arme hat er hochgerissen, sich unheimlich gefreut, natürlich auch, dass er heil gelandet war. Und kaum hatte sich der Puls wieder beruhigt, sprach Herbert Spiller schon vom nächsten Sprung, spätestens zum 101. Geburtstag: 

„100 Jahre sind ja nicht das Ende.“

Nina Hundert umarmt Herbert Spiller nach dem Sprung

Die Altenpflege der Diakonie Düsseldorf